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Die Landesstraßen

Im Herbst vergangenen Jahres hatte sich die UWG-Ratsfraktion an das Straßenverkehrsamt des Landkreises gewendet und bemängelt, dass die Landesstraßen 827 und 821 nicht mehr ihrem Anspruch als Verkehrswege für den überörtlichen und örtlichen Verkehr gerecht würden und auf Dauer nicht mehr verkehrssicher seien. Das gelte vor allem für die L 827 (Saterlandstraße) zwischen Nordloh und Augustfehn und für die L 821 zwischen Apen und Westerstede, wobei auch der Straßenbelag in der Ortsdurchfahrt Apen sehr schadhaft sei.

Im Januar 2019 hatte sich wegen der schlechten Zustände der L 827 und L 821 Bürgermeister Matthias Huber an Staatssekretär Dr. Berend Lindner im niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung gewandt. Die lange Trockenheit 2018 habe insbesondere auf der Saterlandstraße ihren Tribut gefordert, zwar habe es bei den Versackungen im Herbst 2018 in Teilabschnitten Arbeiten gegeben, doch für den Verkehrsfluss auf der Straße, die auch Autobahnzubringer der Gemeinde Barßel zur Anschlussstelle Apen/Remels sei, müsse die Fahrbahn auf längeren Abschnitten grundlegend saniert werden. Zwingend erforderlich sei auch eine Sanierung der Hauptstraße in den Bauerschaften Espern, Klampen und Westerloyerfeld sowie die Fahrbahnsanierung in der Ortsdurchfahrt von Apen. Schließlich sei die L 821 die wichtigste Ost-West-Verbindung der Gemeinde. Huber verwies darauf, dass die Gemeinde mit der Landesstraßenbaubehörde Oldenburg und der zuständigen Straßenmeisterei in Westerstede sehr gut zusammenarbeite, vielmehr ginge es darum, die überörtlichen Stellen zu bitten, mehr Gelder für Straßensanierungen bereitzustellen.

In seiner Antwort wies Staatssekretär Lindner darauf hin, dass nach der Hitzeperiode 2018 auf der Saterlandstraße zwischen Augustfehn und Nordloh im Herbst Sofortmaßnahmen erledigt wurden. Für dieses Jahr sei geplant, das Teilstück vollständig instandzusetzen. Dramatisch verschlechtert habe sich 2018 auch der Zustand der Landesstraße 821 zwischen Apen und Westerloy, so dass auch dieses Teilstück in das Bauprogramm 2019 aufgenommen wurde.

Wie Frank Zielesny vom Geschäftsbereich Oldenburg der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auf Anfrage der NWZ sagte, stecke man mitten in den Vorbereitungen für die beiden Bauprojekte. Geplant sei, das Teilstück der L 827 zwischen Augustfehn und Nordloh im August zu sanieren, das Teilstück der L 821 zwischen Westerloy (Einmündung Ihausener Straße) und Espern (Einmündung Reihdamm) im Juli und August. Die Aper Ortsdurchfahrt (L 821) solle in einem Sonderprogramm Ortsdurchfahrten hergerichtet werden. Voraussichtlich könne die Sanierung in den Jahren 2021/2022 erfolgen.

Die Kreisstraßen

Sanierungsarbeiten seien, so hatte Bürgermeister Huber dem Landkreis Ammerlandmitgeteilt, auch auf der Kreisstraße 119 im Bereich Augustfehn II (Uplengener Straße) notwendig. Der Landkreis schrieb, dass der Ammerländer Kreistag regelmäßig Gelder für das Verschleißdeckenprogramm zur Verfügung stelle. Was saniert werde, werde anhand einer Prioritätenliste abgearbeitet.

Das Teilstück der K 119 in Augustfehn II sei nicht in das Verschleißdeckenprogramm 2019 aufgenommen worden. Von Seiten der Straßenmeisterei sei bestätigt worden, dass sich der Zustand in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert habe. Es sei geplant, die gravierendsten Mängel in diesem Jahr über das Schadstellenprogramm zu erledigen.

In der Diskussion im Straßen- und Brückenausschuss ging es auch darum, dass nicht nur die Fahrbahnen von (Kreis-)Straßen, sondern vielfach auch die Bermen erneuert werden müssten. Begegnungsverkehr immer größer werdender (landwirtschaftlicher) Fahrzeuge führe dazu, dass Straßenränder häufig stark in Mitleidenschaft gezogen würden. Erstmalig stelle der Kreis für die Erneuerung von Straßenrändern an Kreisstraßen Gelder zur Verfügung, die anhand einer Prioritätenliste abgearbeitet würden.

Die Gemeindestraßen

Gleich mehrere Anträge wurden an die Gemeindeverwaltung für die Sanierung von Gemeindestraßen gestellt. So fordert der Aper UWG-Ratsherr, dass in Apen die Kleine Mühlenstraße (eventuell mit einem Investor), die Straße Am Mühlenbach und die Grüne Straße saniert werden sollte. Die Sanierung der Grünen Straße hatten zudem der Ortsbürgerverein und der Gewerbekreis Apen gefordert. Außerdem hatte sich der Ortsbürgerverein Nordloh für die Sanierung des Deichweges und des Schanzenweges stark gemacht.

Bei einer Enthaltung sprach sich der Straßen- und Brückenausschuss dafür aus, dass die Fraktionen ein Gesamtkonzept für die Sanierung der Gemeindestraßen erarbeiten sollten. Von Seiten der Gemeindeverwaltung werde empfohlen, vorrangig die Straßen im Bokelermoor zu betrachten. Im Herbst solle sich der Ausschuss dann sanierungsbedürftige Straßen und Wege ansehen, die 2020 hergerichtet werden könnten. Eingeplant seien für 2020 bisher 55 000 Euro für Unterhaltungsmaßnahmen und 300 000 Euro für grundlegende Sanierungen.

In der Diskussion bemängelte Renate Brand (Grüne), dass die Gemeinde zu wenig für den Straßenbau getan habe, dass Fachleute die Schäden begutachten sollten und dass man nicht die Straßen in Bokelermoor herausgreifen, sondern alle Gemeindestraßen begutachten sollte. Björn Meyer (SPD) verwies darauf, dass die Gemeinde viele Straßen erneuert habe (z.B. Westerende, Streichenstraße etc.), dass man gemeinsam objektive Kriterien für Straßensanierungen erarbeiten müsse und dass in Bokelermoor Gefahr im Verzug sei. Man müsse in Bokelermoor handeln, betonte auch Bürgermeister Huber. Hans-Jürgen Meyer (SPD) verwies darauf, dass man in den eigenen Reihen Fachleute habe und deshalb entscheiden könne, welche Straßen am dringendsten saniert werden müssten. Grundlegende Sanierungen, wie sie mancherorts (von Moorstraßen) nötig seien, könne sich die Gemeinde nicht leisten.

Ausgaben verrechnet

Dieses Jahr werden in Apen für Straßen, die mit Brücken als ein Bereich betrachtet werden, keine Gelder für Sanierungen ausgegeben. Zwar sind aus dem Vorjahr 150 000 Euro und für dieses Jahr nochmals 150 000 Euro eingeplant, doch diese geplanten Ausgaben werden mit dem (nicht geplanten) Neubau Lindbrücke, dem Ausbau der Schulstraße und den Zusatzausgaben eines Teilstücks der Tanger Hauptstraße verrechnet.

 

 

   
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